• Sabrina & Tom

#19 Workshop: Weben und Papier herstellen

Wir sind natürlich ein paar Tage später wieder gekommen, weil wir zum einen zu diesem schönen Ort zurück kehren und zum anderen unsere eigenen Schals weben wollten. Aber bevor es an die Webstühle ging, mussten wir unser eigenes Bündel Baumwolle herstellen – und bereits hier haben wir etwas zu kämpfen gehabt. Was den Damen locker flockig von der Hand ging bedeutete für uns vollste Konzentration und dennoch war es schwierig. Aber sie waren sehr geduldig mit uns und haben uns Schritt für Schritt gezeigt, wie man zuerst die Samen aus der Baumwolle los wird, die Baumwolle anschließend fluffig "schlägt", um sie dann auf einem Bambus-Stab aufzurollen.

Nachdem uns das einigermaßen gelungen war, saßen wir trotz langem Zuschauen etwas ratlos vor der Spindel. Theoretisch war uns durchaus klar, was zu tun war, praktisch fehlte uns aber jegliches Fingerspitzengefühl. Ist der Baumwollfaden mal nicht gerissen, wurde er viel zu dick oder hat sich nicht schön auf die Spule gewickelt. Zum Glück hatten wir Unterstützung, sonst wäre das mit dem Schal nichts geworden.

Wir konnten uns weitere vorgefärbte Baumwolle aussuchen und ab ging es endlich an den Webstuhl. Man muss sich das ein bisschen wie Schlagzeug spielen vorstellen: jede Hand und jedes Bein macht eigentlich was anderes und muss daher sortiert und koordiniert werden. Es ging eine Weile, bis wir das Schema durchschaut hatten - und Profis sind wir mit Sicherheit keine geworden, aber es hat unheimlich Spaß gemacht.

Zuletzt mussten dann noch die losen Enden verknotet werden und fertig waren unsere neuen Schals.

Sabrina wollte auch unbedingt noch einen eigenen Bogen Papier herstellen. Und während Tom weiter fleißig webte und sich zwischendrin Sorgen um Sabrinas Finger machte, hat die sich gar nicht so schlecht dabei angestellt, den harten vom weichen Teil der Baumrinde zu schälen. Die frischen weichen Streifen wurden anschließend mit bereits getrockneten und ein bisschen Asche gekocht. Danach wurde in laotischer Manier ein Hut zum Schutz vor der Mittagssonne aufgesetzt und wie wild mit dem Hammer auf die gekochte Rinde eingehämmert, bis keine Kraft mehr da war. Die weichen Fasern wurden nochmal ordentlich mit frischem Wasser verquirlt und anschließend in ein von einem Holzrahmen umspanntes Tuch gelegt, das im Wasserbad lag. Nach einem kleinen Spaziergang durch den Garten waren auch genug Blätter und Blüten zur Dekoration gefunden und der Rahmen wurde vorsichtig aus dem Wasserbad gehoben und zum Trocknen in die Sonne gestellt.

Nach dem Trocknen, wurde das Papier vorsichtig herausgelöst.

Auch heute gab es zur Stärkung wieder allerlei leckere laotische Gerichte aus dem Garten oder aus dem Dorf.

Und wir waren glücklich hier nicht nur einmal, sondern gleich zwei Mal gewesen zu sein. Und wer auch Lust hat auf seiner Reise selbst ein laotisches Handwerk zu erlernen, dem können wir diesen Ort sehr empfehlen.


Wir sind immer noch in Nong Khiaw..

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