• Sabrina & Tom

#5 Mawlam...was?

"Mawlamyaing" richtig auszusprechen schaffen wir immer noch nicht, aber angekommen sind wir. In einem günstigen Guesthouse, geführt von zwei älteren Herren, das genauso war wie der niedrige Preis erwarten lies. Aber für 2 Übernachtungen war es gut genug. Am ersten Abend sind wir über den nächtlichen Streetfoodmarkt gelaufen und haben zum ersten Mal ein bisschen Meerluft geschnuppert. Gesehen haben wir das Meer allerdings noch nicht, denn das versteckte sich noch hinter Fluss und Insel. Diese Insel "Bilu Island" sollten wir aber am kommenden Tag mit Anthony, einem der älteren Herren, ein wenig näher erkunden.


Nach dem Frühstück ging's los und die Reisetruppe bestehend aus zwei italienischen Jungs und uns startete. Wir hatten einen extra Fahrer und Anthony saß im Kofferraum und war schon mitten am erzählen, als er von einem Anruf unterbrochen wurde. Wir hatten wohl jemanden vergessen mitzunehmen. Also nochmal zurück, um ein älteres französisches Ehepaar einzusammeln. Die italienischen Jungs stiegen höflich in den Kofferraum und unser Guide musste auf einem separaten Roller Platz nehmen und uns hinterher fahren.


Schon beim Durchfahren viel auf, dass es den Menschen auf dieser Insel finanziell besser zu gehen scheint, als vielen anderen burmesischen Familien. Die Häuser waren solide und schick gebaut und hatten meistens zwei Stockwerke, was wir sonst in den ländlicheren Gegenden nicht gesehen hatten. Anthony erklärte uns später, dass viele Jüngere in Thailand sind, um dort zu arbeiten und das Geld zu der Familie zu schicken. Da würde es auch mal vorkommen, dass die Kinder bei den Großeltern aufwachsen.


Beim ersten Stopp liefen wir durch ein kleines Dörfchen und schauten uns an, wie Schiefertafeln hergestellt werden, die heute noch in ländlicheren Gegenden Myanmars in Schulen zum Einsatz kommen. In den Städten, so Anthony, würde man natürlich schon in Schreibhefte schreiben.

Danach hat uns Anthony mit in eine Gummiband-Manufaktur genommen. Wir haben Schritt für Schritt gesehen, wie aus dem Rohmaterial des Kautschuk-Baumes kleine Gummies entstanden sind. Für umgerechnet zwischen 2-3 Euro am Tag, müssen die Frauen hier ganz schön hart arbeiten.

Als nächstes sind wir bei einem Pfeifen-Hersteller im Wohnzimmer gelandet und haben uns kurzzeitig wie auf einem Tupperabend gefühlt ;) Wir haben leckere Kokos-Chips und Eistee bekommen, die auf dem mit allerhand Holzdingen vollbeladenen Tisch gar keinen Platz hatten und saßen so lange rum, bis (beinah) jeder was zum Kaufen gefunden hat. Wir haben es im Hinblick auf unser limitiertes Reisegepäck eisern ausgesessen und kamen auch ohne Pfeife, Löffel, Tasse, Schiffchen., etc. wieder aus dem Wohnzimmer ins Freie. Natürlich nicht, ohne dass Anthony mehrfach betont hat, dass die Pfeife mit derselben Qualität in Deutschland ja mindestens das 10fache kosten würde. Das wir aber niemanden mehr kennen, der noch Pfeife raucht, schien nicht in seine Welt zu passen :)

Zum Abschluss des Ausfluges haben wir eine Weberei besucht. Das war mit Sicherheit das faszinierendste Handwerk des Tages. Die Frauen müssen mehrere Monate in eine Ausbildung gehen, um die "Longyis" die typischen burmesischen Röcke weben zu können. Die Bezahlung hängt von der Komplexität der Muster und Handfertigkeit der Frauen ab.

Am Ende des Tages war auf jeden Fall klar, dass es stimmt, was den Burmesen nachgesagt wurde: die Frauen arbeiten härter als die Männer.

Ziemlich erledigt und im Hinblick auf die frühe Weiterfahrt am nächsten Morgen legten wir uns früh schlafen - und mussten feststellen, dass Tom das Essen des Vortages nicht so sehr bekommen war. Nach einer Nacht mit recht wenig Schlaf, ging es am nächsten Morgen trotzdem weiter nach Dawei und endlich ans Meer mit Strand - dazu aber mehr im nächsten Artikel.

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