• Sabrina & Tom

#50 Auf die Nachbarschaft in Kadidiri

Vom Abenteuer auf Una Una brachte uns ein kleines Boot zur nächsten Insel Kadidiri, wo wir für 4 Nächte einen Bungalow im Kadidiri Paradise gebucht hatten.

Die Ankunft war etwas ernüchternd denn irgendwie war es hier so gar nicht wie auf Una Una. Die Anlage war viel größer und weniger privat und gemütlich. Unser Standard-Bungalow war eher eine Bungalow-Hälfte, die nicht wirklich sauber war und auch ansonsten war die Atmosphäre einfach nicht das, was wir die letzten Tage so genossen hatten. Wir verkrochen uns einfach mit unseren Büchern auf den Steg in die Hängematte, lasen den ganzen Tag und genossen die Aussicht – denn auch hier war das Wasser kristallklar und man konnte ganz leicht Fische beobachten.


Wir gingen abends früh ins Bett und schliefen schnell ein – was auch ganz gut war, denn in aller Frühe am nächsten Morgen sollten wir unsere Nachbarn kennenlernen. Als wir die Augen aufmachten hörten wir zuerst Geräusche und dann Stimmen. Die ein oder anderen Worte kamen uns irgendwie seltsam vertraut vor… Wir mussten aber erstmal begreifen wo wir überhaupt waren und richtig wach werden, um festzustellen, dass niemand direkt neben uns im Zimmer steht und mit uns redet. Das war aber keinesfalls der Lautstärke unserer neuen Nachbarn geschuldet, sondern der absolut fragwürdigen Bauweise der beiden Bungalowhälften, die keinerlei Privatsphäre zulassen. Als wir nach ein paar weiteren Sekunden auch kapiert haben, dass neben uns Deutsch gesprochen wird, haben wir freundlich darauf hingewiesen, dass es sehr hellhörig ist und wir uns sprachlich sehr gut verstehen – von der anderen Seite wurde überrascht und freundlich geantwortet, dass man es zur Kenntnis genommen hätte. Wahrscheinlich ging uns allen in diesem Moment dasselbe durch den Kopf: „Bitte, bitte lass unsere Nachbarn nett sein wenn wir schon Bad an Bad miteinander wohnen“. Es dauerte keine 15 Minuten bis wir uns dann auf der Terrasse trafen und so ins Plaudern kamen, dass wir beinah das Frühstück verpasst hätten. Nina und Nico heißen die beiden, kommen aus Dortmund (wo es nach eigener Aussage außer Fußball nichts zu sehen gibt) und ja, sie machten einen netten Eindruck. Und aus dem „nett“ wurde im Laufe der kommenden Tage ein richtig super, denn wir verbrachten viel Zeit mit quatschen und lernten uns besser kennen. Dazu kam, dass die beiden Franzosen Alex und Max, die wir schon von Una Una kannten ebenfalls im Kadidiri ankamen und so saßen wir abends zusammen und lernten ein neues Kartenspiel namens „Yanov“, das ursprünglich aus Israel zu kommen scheint und das die beiden Jungs auf ihrer Reise von anderen Reisenden gelernt hatten. Die Regeln zu erklären, würde nun den Rahmen sprengen, sollte aber jemand auf der Suche nach einem neuen Kartenspiel sein, das man mit handelsüblichen Karten spielen kann, können wir es sehr empfehlen!


Am dritten Tag beschlossen wir alle uns Kanus auszuleihen und zur Insel zu paddeln, die vor Kadidiri lag. Das war ganz schön anstrengend, weil die Stangen der Paddel aus Holz waren und furchtbar schwer. Nach den ersten Metern beschwerte sich Sabrina bereits über das Gewicht, während Tom nur meinte, er würde gar nicht wissen, was das Problem sei. Nach ein paar weiteren Zügen meinte Sabrina, dass sie es unmöglich bis zur Insel schaffen würde mit diesem schweren Teil, worauf Tom es mal nahm und feststellte, dass er wohl das deutlich leichtere aus Aluminium ergattert hatte. Es wurden die Paddel getauscht und schon konnte es richtig losgehen. Auf der Insel angekommen, war die Überraschung groß, als wir alle auf einmal Handyempfang hatten. Nach einem kurzen Bad in der Lagune der Insel standen wir also alle recht sonderbar verteilt in der Landschaft rum und schickten mal wieder ein Lebenszeichen nach draußen in die Welt, bevor es mit Stopps zum Schnorcheln wieder zurück an Land ging.

Am 4. Tag beschlossen wir, uns den Barracuda Beach mal anzuschauen, denn man über einen kleinen Pfad durch den Dschungel erreicht. So liefen wir gemeinsam mit Nico und Nina nach dem Frühstück los und kamen an diesem wunderschönen Strand an, wo es erneut Internet gab, um mal wieder kurz Sprachnachrichten abzuhören und zu antworten.

Ansonsten fischte Nina etwas komisches langes mit einem Stock aus dem Wasser und dank funktionierendem Internet konnten wir es auch bald als „Wurmseegurke“ definieren.

Nach ein bisschen Zeit am Strand machten wir uns auf den Rückweg und chillten erneut in den Hängematten auf dem Steg. Gegen Abend kamen Alex und Max von ihrem Tagesausflug zu anderen Inseln zurück und hatten mit anderen Reisenden aus dem Resort nebenan ausgemacht ein Lagerfeuer am Barracuda Beach zu machen. Einer von den Nachbarn hatte wohl seine letzten beiden Nächte im Resort storniert, um dort in seinem Zelt zu schlafen. Nina, Nico und wir machten uns etwas später auf den Weg und wurden die ganze Strecke über von einem Hund begleitet, der zum Nachbar-Resort gehörte. Nach der Nachtwanderung erwartete uns bereits ein loderndes Lagerfeuer, gute Musik und tolle Unterhaltungen mit kaltem Bier, das wir uns mitgebracht hatten. So konnte man den Tag perfekt ausklingen lassen.

Der letzte Morgen auf Kadidiri brach an und wir waren schon sehr aufgeregt, denn endlich sollte es ins Poki Poki gehen, einer Unterkunft, die wir von Anfang an unbedingt besuchen wollten. Leider waren wir mit unserer Anfrage für eine ganze Woche aber ziemlich spät dran und sie schon voll ausgebucht – aber David und Angie hatten noch für 2 Nächte einen Bungalow für uns.


Bevor es aber losgehen sollte, musste erstmal noch die Rechnung im Kadidiri Paradise beglichen werden. Eigentlich ist eine Rechnung zu bezahlen jetzt nicht wirklich erwähnenswert aber in diesem Falle außergewöhnlich genug, um davon zu erzählen. Hier gibt es die Möglichkeit mit Karte zu bezahlen, was uns sehr gelegen kam, denn unser Bargeld neigte sich dem Ende zu. Da es aber wie schon öfter erwähnt keinerlei Netz gibt, fährt man mit dem Boot und dem Kartenlesegerät raus in die Bucht vom Barracuda Beach und bezahlt dort. Ziemlich lustig. Weniger lustig war es allerdings, uns von Alex, Max und besonders Nina und Nico verabschieden zu müssen. Aber man sieht sich ja immer zweimal im Leben. Im nächsten Artikel nehmen wir euch erstmal mit ins Poki Poki, das man durchaus als Paradies im Paradies bezeichnen kann.

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