• Sabrina & Tom

#52 Gestrandet auf Pojalisa

Wir wurden vom Poki Poki aus direkt mit dem Boot zur nächsten Unterkunft Pojalisa gebracht.

Auf einer sehr kleinen Insel gibt es hier zwei Strände und eine Steilküste und gefühlt viel zu viele Bungalows. Das war aber unser Glück, denn ohne vorher zu buchen, bekamen wir hier noch einen günstigen kleinen Bungalow, der zwar völlig schief war und zu einer Seite hin wegkippte aber schließlich nur für eine Nacht herhalten musste.

Als wir nach 5 Minuten Fußmarsch jeden Winkel der Insel gesehen hatten, setzen wir uns an den Strand. Was ihr dort auf dem zweiten Bild sehen könnt, ist übrigens ein "Palemdieb" oder auch "Kokosnussräuber", das größte an Land lebende Krebstier der Erde, das es sogar vermag mit seinen Scheren Kokosnüsse zu knacken.

Wenige Minuten, nachdem wir uns gesetzt hatten, kam ein deutsches Paar mit dem Boot angefahren, das wohl gerade von einer Schnorcheltour zurück kam. Sie unterhielten sich mit dem Fischer nebenan, der einen großen Bottich mit Hummern neben sich hatte. Wir bekamen mit, wie ein wenig (definitiv nicht genug) gefeilscht wurde und nach kurzem hin und her ist dem deutschen Sparfuchs aufgefallen, dass es günstiger ist, den gesamten Bottich voller Hummer zu kaufen, anstatt der zwei, die er ursprünglich wollte – ob man alles dann auch essen konnte, war dabei erstmal zweitrangig, denn es war ja unglaublich günstig im Vergleich zu Deutschland. Unser Sarkasmus hier lässt sich mit Sicherheit nicht nur zwischen den Zeilen lesen, daher wollen wir ganz offen und ehrlich sein: auch wir beide müssen aufs Geld achten, denn so eine Weltreise kostet schlichtweg was und wir haben keine unerschöpflichen Ressourcen zur Verfügung. Daher bevorzugen auch wir meistens günstigere Alternativen und haben uns sicherlich mehr als einmal darüber gefreut, dass man besonders in Asien so viel günstiger leben und essen kann, als in Deutschland. Aber der Grund für die Fremdscham, die bei uns beiden aufkam, hat einen anderen Hintergrund. Wir sind minimalistischer geworden. Das hat damit begonnen, dass wir jeder nur mit einem Gepäckstück reisen wollten, das nicht größer als Handgepäck ist. Wir waren uns sicher, dass das völlig ausreicht – und das hat es bis jetzt auch. Bei allem was wir einkaufen, überlegen wir uns genau, ob es wirklich notwendig ist, denn wir haben in den letzten Monaten die Folgen von übermäßigem und sinnlosem Konsum miterlebt. Bereits vor unserer Reise haben wir gemerkt, dass es uns nicht glücklich macht, immer mehr und mehr zu arbeiten, um noch mehr zu verdienen, um dann noch mehr kaufen zu können, das eigentlich gar nicht gebraucht wird. Da wären wir auch schon beim nächsten Punkt: was nicht gebraucht wird, landet im Müll und mit Müll verschmutzen wir unsere Umwelt – um nur eine Konsequenz zu nennen. Und genau das möchten wir nicht mehr. Zudem haben wir auf unseren Reisen erlebt, wie vor allem die Menschen, die weniger haben, viel glücklicher sind. Das hat alles dazu geführt, dass uns die deutsche Sparfuchs-Mentalität etwas fremd geworden ist.


Wir verkrümelten uns auf jeden Fall vom Strand, um uns ein letztes Mal den Sonnenuntergang auf den Togian Inseln anzuschauen.

Nun aber leider nochmal zurück zu den Hummern. Als wir zwei Stunden später zum Abendessen am Tisch Platz nahmen, wurde uns nämlich das Ausmaß erst richtig bewusst. Vor dem deutschen Paar türmte sich auf einer eigenen Platte ein riesen Berg an Hummern und während entschuldigend nochmals erwähnt wurde, dass es einfach so günstig war, sonst hätte man es nicht gekauft, wurde uns noch eine Sache klar: keiner der Angestellten, die diese Hummer in der Küche für die beiden zubereitetet hatte, hätte sich das leisten können. Wir waren nicht mehr die einzigen beiden am Tisch, die mit Fremdscham versuchten, den Berg Hummer zu übersehen. Das merkten wir an den Blicken, die sich die restlichen Gäste zuwarfen. Immerhin wurde der kalte Hummer, den man nicht mehr essen konnte, an die Küchendamen verschenkt. Wir hatten genug und flüchteten nach dem Abendessen in unser schief stehendes Bett, um einer Unterhaltung zu entgehen.


Am kommenden Morgen konnten wir am Pier von Pojalisa noch beobachten, wie Fisch geangelt wurde, was hier eigentlich zu jeder freien Minute gemacht wird. Mit Haken und Angelsehne ist man hier ziemlich erfolgreich.

Nach dem Frühstück war es für uns Zeit aufzubrechen. Unser Weg führte uns mal wieder nach Wakai, wo wir dieses Mal bis abends ausharren mussten. Dieses Mal wurde uns die Wartezeit aber sehr angenehm gemacht – warum, verraten wir euch im nächsten Artikel.

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