Vor der Nutzung, dem Verbreiten oder Vervielfältigen der Inhalte dieser Webseite gilt folgendes zu beachten: CC BY-ND 4.0 

Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Solltest du trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Inhalte umgehend entfernt.

  • Sabrina & Tom

#60 Wir schauen uns auf keinen Fall Koalas an

Ja, ihr habt richtig gelesen. Aus dem Vorhaben, uns Koalas anzuschauen wurde nämlich nichts. Als wir den Granit Gorge Park verlassen hatten, machten wir uns auf den Weg nach Kuranda und kamen nach einer Stunde auch am Koala Park an. Aber was wir vorfanden war nicht wirklich, was wir uns vorgestellt hatten. Bereits der Eingang, der rechts und links mit allerhand Taschen aus Koala und Känguru-Fell gesäumt war, die vielen Stände, die von Armbändern bis riesen Muscheln alles verkauften, was man als Tourist so brauchen kann – oder eben auch nicht – war eher der Eingang zu einem Vergnügungspark. Außer des Koala Parks, gab es hier auch noch Vögel und Schmetterlinge zu bewundern und man konnte sich entweder ein unglaublich teures Gesamtticket erstehen, oder Tickets mit Eintritt zu den einzelnen Parks kaufen. Aber auch beim Eintrittspreis zum Koala Park drehte sich uns der Magen um, das könnte aber auch daran gelegen haben, dass die Bilder zum Koala streicheln (was natürlich auch noch mal extra gekostet hätte) nicht so unserer Vorstellung von glücklichen wilden Tieren entsprach. Eine Schlange zu streicheln wäre übrigens deutlich günstiger gewesen – aber auch das wollten wir nicht. Als dann auch noch eine laute chinesische Reisegruppe ankam (ihr wisst ja bereits, dass wir damit bisher nicht die besten Erfahrungen gemacht haben) beschlossen wir, diesen Park nicht zu besuchen. Stattdessen machten wir kehrt und fuhren zu den Barron Wasserfällen. Ein angelegter Weg schlängelte sich hier einige Meter über dem Boden durch den Wald, bis wir zu einer Aussichtsplattform gelangten, von wo aus wir einen tollen Blick auf den Wasserfall hatten.

Zurück am Camper angekommen, beschlossen wir, die letzte Nacht in dieser Gegend zu bleiben und fanden einen günstigen Campingplatz im Speewah Conservation Park, den man ebenso wie den Noah Beach Campinglatz, wo wir im Daintree Nationalpark waren, beim Queensland Nationalpark und Booking Service buchen kann. Dafür mussten wir uns zuvor registrieren und konnten anschließend mit ein paar Klicks einfach buchen. Diese Campingplätze sind meistens ohne Strom, manche haben eine Dusche und Grillstellen, andere nicht. Dafür sind sie aber in der Natur gelegen und die günstigste Alternative, wenn man nicht wild campen will/kann.


Auch dieser Campingplatz war sehr abgelegen in einem Waldgebiet und wirklich schön. Hier wurde mal wieder ausführlich mit Freunden telefoniert, denn Telstra, der australische Anbieter, bei dem wir unsere Sim-Karte gekauft haben, bietet unter anderem unbegrenzt kostenlose Anrufe nach Deutschland an und das mussten wir mal ausnutzen. Nach etwas Schreiben, wurde noch der Bart gestutzt (was dringend notwendig war) und es gab ein letztes leckeres Camper-Abendessen.

Wir hatten bereits in den ersten Tagen festgestellt, dass unser Camper leider nicht ganz so funktionsfähig war, wie gedacht. Der Kühlschrank wurde eher wärmer anstatt kühler auch nach mehreren Stunden am Strom hängen, die zweite Gasherdplatte wollte partout nicht angehen und auch die Mikrowelle wollte nicht funktionieren. Daher kochten wir noch einfacher als gedacht, kauften frisch ein und nur das, was wir am selben Tag auch aßen und nur, was sich in einem Topf kochen lies – und ja, es war immer noch komplett fleischlos und gefehlt hat uns nichts. Im Gegenteil, wir fanden es ganz gut, das einzukaufen, worauf wir gerade Lust hatten und genossen es sehr, nach langer Zeit einfach mal wieder selbst kochen zu können. Dazu kam, dass wir aufgrund unserer langen Zeit in Asien sehr wenig mit Milchprodukten zu tun hatten. Das heißt, wir hatten lange keinen Joghurt und keinen Käse (bis auf die Ausnahme auf Bali) gegessen, geschweige denn Milch getrunken. Im Kaffee in Asien war allerhöchstens gesüßte Kondensmilch und die könnte wahrscheinlich Spuren von Milch enthalten, aber das war‘s auch schon. Als wir also morgens immer munter unser Müsli mit Milch frühstückten und dazu einen Kaffee mit Milch tranken, stellten wir fest, dass unsere Mägen das nicht mehr gewohnt waren und wir bekamen beide ordentlich Magenschmerzen. Daher beschlossen wir, mal eine Alternative zu probieren und hatten uns Cashewnuss-Milch gekauft, die wir deutlich besser vertrugen und die darüber hinaus auch noch sehr lecker war.

Unser letzter Abend im Camper verging, wir schliefen nochmal richtig gut, wenn auch sehr eingemummelt, denn in Australien war ja gerade Winter und auch wenn die Temperaturen tagsüber bis auf 30 Grad kletterten, wurde es nachts bei um die 10 Grad schon sehr kalt – und auch das waren wir nicht mehr gewohnt. Am kommenden Morgen machten wir es uns noch einmal in der Sonne gemütlich, wärmten uns auf und schrieben Postkarten, dann ging es zurück nach Cairns und wir hatten noch eine Nacht vor uns, bevor es nach Papua Neuguinea ging. Wir waren ganz schön aufgeregt, aber davon hier mehr.